Ratgeber Heizungssysteme

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht Ihren Strom selbst zu erzeugen? Möglich wird das zum Beispiel mit einer Photovoltaikanlage. Aber wie viel kann diese leisten? Wie groß muss eine Solarstromanlage im Einfamilienhaus sein und worauf kommt es bei der Planung eigentlich an? Antworten auf diese Fragen und die wichtigsten Informationen zur Planung einer Photovoltaikanlage finden Sie in den folgenden Abschnitten.

Wie wird eine Photovoltaikanlage geplant?

Geht es um die Planung einer Photovoltaikanlage, steht ein Ziel klar im Vordergrund: Die Anlage muss sich lohnen. Das heißt, die Einsparungen müssen die Anfangsinvestitionen in einem überschaubaren Zeitrahmen übersteigen.

Welche Bedingungen müssen bei der Planung eingehalten werden?

Mit immer weiter sinkenden Einspeisevergütungen – heute gibt es vom Staat gerade 12,31 Cent für jede in das öffentliche Netz eingespeiste Kilowattstunde – lohnt sich eine Photovoltaikanlage vor allem dann, wenn möglichst viel Strom selbst verbraucht werden kann. Denn dann sparen Sie mit jeder Kilowattstunde Solarstrom rund 27 Cent – den aktuellen Strompreis. Die erste Voraussetzung für die Planung einer Photovoltaikanlage ist es daher, dass die Leistung zum Verbrauch im Haus passen muss. In einem Haushalt mit vier Personen, sollte die Solaranlage dabei etwa 4.500 Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugen. Wie groß die Anlage dafür sein muss, hängt generell von verschiedenen Faktoren ab.

Die wichtigsten sind:

  • die Region in der die Photovoltaikanlage geplant wird
  • die Orientierung der Dachfläche, auf der die Solaranlage installiert werden soll
  • die Neigung der Dachfläche für die Photovoltaikanlage
  • die Verschattung der Dachfläche durch Bäume oder Nachbargebäude

Welche Spitzenleistung (kWp) sollte die Photovoltaikanlage erreichen?

Generell gilt, dass der Ertrag einer Anlage am größten ist, wenn die Module ohne Verschattung mit einer Neigung von 40 bis 50 Grad nach Süden ausgerichtet sind. Durch Verschattung, einen flacheren Winkel oder eine Abweichung von der Süd-Orientierung sinkt der Ertrag und die Spitzenleistung muss größer gewählt werden.

Ein Beispiel:

Soll auf dem Ost-Dach eines Einfamilienhauses mit einem Winkel von 20 Grad eine Photovoltaikanlage zur Gewinnung von 4.500 Kilowattstunden im Jahr installiert werden, sollten Sie eine Spitzenleistung von 4,5 bis 5 Kilowatt Peak (kWp) planen. Während diese Berechnung in einer Planung durch eine detaillierte Simulation unterstützt werden kann, eignen sich für eine überschlägige Ermittlung einfache Online-Rechner, wie der von solarserver.de.

Wie groß muss die Photovoltaikanlage sein?

Steht die Spitzenleistung fest, hängt die tatsächliche Fläche der Photovoltaikanlage auf dem Dach von der Art der Module ab. Einen Überblick über die unterschiedlichen Typen finden Sie im Beitrag „Lohnt sich Photovoltaik im Einfamilienhaus?“. Je nachdem, für welchen Typ Sie sich entscheiden, werden für einen Kilowatt Peak etwa 6 bis 8 Quadratmeter Dachfläche benötigt. Wichtig ist, dass neben der eigentlichen Kollektorfläche auch Montageabstände eingehalten werden müssen. Die Anlage aus dem Beispiel hätte eine Fläche von etwa 30 bis 40 Quadratmeter.

Welche Komponenten werden außerdem benötigt?

Die Solarzellen der Photovoltaikmodule erzeugen Gleichstrom. Damit die Energie im Haus genutzt oder in das öffentliche Netz eingespeist werden kann, muss dieser in Wechselstrom gewandelt werden. Möglich wird das mit einem Wechselrichter, der meist direkt unter dem Dach oder zum Beispiel im Keller installiert wird. Da der meiste Strom im Haus dann verbraucht wird, wenn die Sonne nicht scheint, wird zusätzlich auch ein Speicher benötigt. Dieser nimmt die Energie am Tage auf und hält sie bis zur Verwendung am Abend vor. Auf diese Weise kann ein hoher Anteil des solaren Ertrags selbst verbraucht und viel Geld gespart werden. Wie viel, lesen Sie im Beitrag „Stromspeicher: Förderung und Wirtschaftlichkeit“. Für die Planung einer Photovoltaikanlage im Einfamilienhaus sollte der Stromspeicher ein Speichervermögen von mindestens 4 Kilowattstunden haben.

Welche Kosten entstehen bei einer Photovoltaikanlage im Einfamilienhaus?

Geht es um die Planung einer Photovoltaikanlage im Einfamilienhaus, erreichen Anlagen oft eine Größe von etwa 4,5 Kilowatt Peak. Für Module, Wechselrichter und Stromspeicher und Montage zahlen Sie dabei heute rund 12.000 Euro. Staatliche Fördermöglichkeiten sind dabei bereits berücksichtigt. In welcher Zeit sich diese Investition lohnen kann, lesen Sie im Beitrag „Lohnt sich Photovoltaik im Einfamilienhaus?“.

Wann lohnt sich eine Photovoltaikanlage nicht?

Eine Photovoltaikanlage lohnt sich in vielen Fällen. So kann zum Beispiel eine ungeeignete Dachneigung durch eine Aufständerung korrigiert werden. Ist jedoch nur eine sehr kleine Dachfläche vorhanden, ist die freie Dachfläche nach Norden ausgerichtet oder ist Ihr Dach weite Teile des Tages von anderen Gebäuden oder Bergen verschattet, kann der Ertrag soweit sinken, dass sich die Investitionen in eine Photovoltaikanlage nicht in einem überschaubaren Zeitraum rechnen. Ob das in Ihrem Fall so ist, kann nur ein Experte vor Ort zuverlässig bewerten.

Eine Photovoltaikanlage nutzt die Energie der Sonne um Strom zu produzieren. Damit sich das lohnt, sind bei der Planung einige Punkte zu beachten. Neben der Beschaffenheit des Daches kommt es dabei zum Beispiel auf die Region oder die Art der Module an. Simulationen bei der Planung einer Photovoltaikanlage helfen alle Komponenten optimal auszulegen und geben einen zuverlässigen Ausblick auf die möglichen Erträge.

 

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