Ratgeber Heizungssysteme

Bei einer gewöhnlichen Heizung steigt die Wärme vom Heizkörper aus nach oben, sodass die Luft im oberen Teil eines Raumes erwärmt wird. Anschließend setzt sich die abgekühlte Luft nach unten und wärmt den restlichen Teil. Dadurch sind jedoch die höheren Teile eines Raums wärmer. Die Infrarotheizung hingegen erwärmt nicht die Luft, sondern die Wände, Menschen und Gegenstände in einem Raum, von denen die Wärme anschließend wieder abgegeben wird. Dadurch verringert sich der Temperaturunterschied zwischen dem Boden und der Decke und es entsteht ein angenehmeres Raumklima. Die Regelung einer Infrarotheizung ist ganz einfach über verschiedene Thermostate möglich.

Einordnung und Einsatzmöglichkeiten

Infrarotheizungen zählen zu Strahlungs- und Wärmewellenheizungen. Insbesondere in Hallen ist dieses Heizsystem relativ verbreitet, da herkömmliche Heizungen unwirtschaftlich wären. Grundsätzlich wird zwischen Hell- und Dunkelstrahlsystemen unterschieden, wobei Letztere eine geringere Brandgefahr mit sich bringen, während Erstere mit kleiner dimensionierten Strahlern arbeiten. Bei der Verwendung von Infrarotheizgeräten erfolgt die Anordnung der Strahler hinter einer Schutzschicht, damit es bei kurzzeitigen Berührungen nicht zu Verbrennungen kommt, denn Flächenstrahler erreichen 80-100°C und Heizstäbe noch weitaus mehr. Infrarotheizungen sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, etwa als Kugel, Spiegel und flächiges Heizelement. Solche Anlagen können fest in die Räumlichkeiten integriert oder als transportable Elemente erworben werden, sodass sie an verschiedenen Orten zum Einsatz kommen können. Da die Strahlungswärme sehr gleichmäßig ist und die Luft nur geringfügig erwärmt und bewegt wird, verringert sich auch der Heizbedarf. Dementsprechend eignet sich ein Infrarotheizgerät besonders für Altbauten und große oder unzureichend isolierte Räumlichkeiten. Für die Strahlungswärme ist in der Regel eine zentral platzierte Heizplatte ausreichend – selbst dann, wenn zuvor zwei Konvektionsheizkörper benötigt wurden. Die gefühlte Temperatur ist bei der Infrarotheizung höher, und bereits 18 oder 19°C Raumlufttemperatur werden als angenehm empfunden. Aufgrund dieser Umstände sinkt der Wärmeverlust um bis zu 20 %.

Wirkungsprinzip und Funktionsweise

Im Gegensatz zu konventionellen Heizungen wird durch die Erwärmung fester Körper im Raum keine Luft umgewälzt, sodass kein Staub aufgewirbelt wird. Dieser wird bei anderen Heizsystemen mittransportiert und gelangt in unsere Atemwege. Darüber hinaus ist die Temperatur der Luft kühler als die Wandtemperatur – und kältere Atemluft ist gesünder als warme. Mit einer Infrarotheizung wird zudem die gesundheitsschädliche Schimmelpilzbildung vermieden, da die bei diesem System kältere Raumluft nicht an den erwärmten Außenwänden kondensiert. Energetisch ist besonders hervorzuheben, dass der Energieverlust durch regelmäßiges Lüften bei einer Infrarotheizung deutlich geringer ist. Die Infrarotheizung ist umweltfreundlich, gesund und vergleichsweise günstig: Mit dieser Heizanlage ist eine Ersparnis von bis zu 50 % möglich, was preiswerter ist als die Aufwartung des Ölbrenners oder einer alten Gastherme. Die Infrarottechnologie ist auch als zusätzliche Heizung empfehlenswert.

Die Vorteile im Überblick

  • Geringe Anschaffungskosten
  • Geringer Platzbedarf
  • Keine Folgekosten wie z. B. für den Schornsteinfeger
  • Keine Schadstoffemissionen am Aufstellort der Infrarotheizung

Die Nachteile im Überblick

  • Höhere Stromkosten, da die Strahlungsheizung generell Tagstrom benötigt
  • Schlechtere Umweltbilanz, da der elektrische Energiebedarf in Deutschland nach wie vor zu einem großen Teil durch fossile Brennstoffe gedeckt wird
  • Energieverluste beim Stromtransport vom Kraftwerk zum Endverbraucher

 

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