Ratgeber Heizungssysteme

Das Jahrhunderte alte System des Naturzugkessels ist die preiswerteste Holzheizung und eher vergleichbar mit einem Heizkamin, dessen Wärme abgeleitet wird. Er arbeitet ohne jegliche Regeltechnik und verfügt nur über eine Vorrichtung, die auf den Vorgang der Verbrennung einwirkt: eine Luftklappe. Diese blockiert den natürlichen Zug der Verbrennungsluft oder lässt ihn passieren.

Einfache Wärmeerzeugung

Besonders vorteilhaft ist die mögliche Nutzung von Brennstoffen aller Art: In einem Naturzugkessel können nicht nur Scheit- oder Restholz, sondern auch Holzabfälle, Steinkohle, Holzkohle, Pellets, Holzschnitzel, Briketts und andere feste Brennstoffe für den Verbrennungsprozess eingesetzt werden – selbst lästiges Geäst aus dem Garten ist mit dem Naturzugkessel für Heizwärme nutzbar.

Da die Verbrennung der Brennstoffe in einem Naturzugkessel nur unpräzise erfolgt, ist es ratsam, bei der Montage einen Pufferspeicher einzuplanen. Bei einigen Naturzugkesseln wird das Öffnen und Schließen der Luftklappe nicht von Hand bedient, sondern über einen Thermostat gesteuert. Dies kann effizienter sein als die ausschließlich manuelle Bedienung.

Ein Naturzugkessel ist besonders gut für Standorte geeignet, die nicht über einen Elektrizitätsanschluss verfügen (z. B. Anbauten, Scheunen), da keine Zuführung von Strom für Gebläse oder andere Steuerungselemente erforderlich ist. Zudem ist es möglich, den Naturzugkessel als unterstützendes Heizelement für Öl- oder Gasheizungen zu verwenden, wodurch der Verbrauch fossiler Brennstoffe gesenkt werden kann.

Der Norm-Nutzungsgrad liegt bei den meisten Geräten zwischen 75 und 85 Prozent und damit unter denen anderer Holzheizsysteme. Das hat zur Folge, dass ein gewisser Teil der freigesetzten Wärmeenergie nicht genutzt werden kann, was sich negativ auf die Umweltbilanz niederschlägt.

Anschaffungspreis und Gesetze

Der Naturzugkessel ist mit einem Anschaffungspreis von zwei- bis dreitausend Euro vergleichsweise günstig. Allerdings geht während des Verbrennungsvorgangs relativ viel Energie verloren und die Verbrennung erfolgt nicht immer vollständig. Im Vergleich zu anderen Holzheizungen ist ein höherer Brennstoffbedarf einzuplanen. Dennoch ist der Bedarf an Brennmaterialien bei diesem Heizsystem deutlich günstiger als beim Heizen mit Öl oder Gas.
Da der Naturzugkessel im Vergleich zu anderen Holzheizsystemen höhere Emissionswerte aufweist, ist in Bezug auf Gesetzmäßigkeiten Vorsicht geboten. Sollten die Vorgaben weiter verschärft werden, kann mit Nach- oder Umrüstungen gerechnet werden. Dies gilt aber hauptsächlich für ältere, weniger effiziente Systeme, die erhöhte Schadstoffemissionen aufweisen.

Vorteile auf einen Blick

  • Günstig in der Anschaffung
  • Flexible Brennstoffe
  • Besonders für das gelegentliche Zuheizen mit Holz geeignet

Nachteile auf einen Blick

  • Geringer Wirkungsgrad
  • Jährliche Messung
  • Keine Förderung

 

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