Ratgeber Heizungssysteme

Mit verschiedenen Anreizen soll Hauseigentümern ein Anreiz geboten werden, ihre veraltete Heizungstechnik gegen umweltschonende und effiziente auszutauschen oder wenn möglich zu modernisieren. Seit 2021 gibt es Zuschüsse, denn es muss nun Gas gegeben werden, wenn bis 2030 der CO2-Ausstoß im Gebäudesektor auf ein Maß von 70 Millionen Tonnen reduziert werden soll. Daher verwundert es nicht, dass Gas- und Ölheizungsanlagen weitestgehend von der Förderung ausgeschlossen worden sind. Den Rahmen dafür bildet die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), welche die bisher bekannten Förderprogramme seitens der BAFA und KfW-Kreditbank zusammenfasst.

Anträge für Zuschüsse oder/ und Förderkredite können von Privatpersonen, Freiberuflern, Wohnungseigentümergemeinschaften, Zweckverbänden, Kommunen, gemeinnützige Organisationen, Genossenschaften und Unternehmen gestellt werden. Für BEG Einzelmaßnahmen sind die Zuschüsse und Förderungen beim BAFA zu beantragen. Seit 01.07.2021 ist dafür die KfW zuständig. Für BEG Wohngebäude und Nicht-Wohngebäude erfolgt die Antragstellung ab 01.07.2021 bei der KfW.

Welche Kosten förderfähig sind, ist vom jeweiligen Heizungssystem abhängig. Im Allgemeinen gehören die Erwerbs- und Installationskosten des Wärmeerzeugers, die Ausgaben für deren Installation sowie Garantieverlängerungen dazu, wie auch Aufwendungen für die Brennstoffaufbewahrung, Umbaumaßnahmen des Heizungskellers, Umstellung der Warmwasserbereitung oder die Kosten für Flächenheizungen.

Austauch der Gas- oder Ölheizung

Förderfähig ist der Austausch gegen eine Wärmepumpe, Biomasseanlage, Pelletheizung oder ein Hybridsystem. Wer noch eine Gasheizung betreibt und diese mit umweltfreundlichen Technologien kombiniert, kann ebenso eine Förderung erhalten. Eine Förderungvoraussetzung ist der Einbau eines Wärmemengenzählers sowie ein hydraulischer Abgleich.

Fördersätze für den Wechsel von Gasheizungen auf

  • Gasbrennwertheizung “renewable ready” 20 %
  • Gas-Hybridheizung 30 %
  • Erneuerbare Energien Hybridheizung (EE-Hybrid) 35 %
  • Solarkollektoranlage 30 %
  • Wärmepumpe o. Biomasse 35 %

Fördersätze für den Wechsel von Öheizungen auf

  • Gasbrennwertheizung “renewable ready” 20 %
  • Gas-Hybridheizung 40 %
  • Erneuerbare Energien Hybridheizung (EE-Hybrid) 45 %
  • Solarkollektoranlage 30 %
  • Wärmepumpe o. Biomasse 45 %

Mit iSFP-Bonus lässt sich die Förderung um fünf Prozent steigern

Sofern die Maßnahmen auf Empfehlungen eines Sanierungsfahrplans beruhen und innerhalb von 15 Jahren umgesetzt wurden, erhöhen sich die vorgenannten Fördersätze um jeweils 5 %.

Zeitgemäße Heizungsanlagen lohnen sich in mehrfacher Hinsicht

Wer sich für eine Wärmepumpe, Holzheizung oder Solaranlage entscheidet, kann die notwendigen Investitionskosten durch Inanspruchnahme der Förderprogramme senken. Einzelmaßnahmen wie der Austausch von Heizungsanlagen werden prozentual bezuschusst und müssen beim BAFA beantragt werden.Günstige Darlehen wiederum gewährt die KfW, die zudem generell der richtige Ansprechpartner für Fördermittel für EE-Heizungen in Effizienzhäusern oder Sanierungsmaßnahmen zum Effizienzhaus ist.

  • Biomasseheizung
    Für Biomasseheizungen wie etwa Pellet-, Scheitholz- oder Holzhackschnitzelkessel sind Förderungen von bis zu 35 Prozent möglich. Darüber hinaus Innovationsbonus von 5 Prozent, wenn die Grenzwerte von maximal 2,5 mg/qm Feinstaub eingehalten werden. Zu bedenken ist, dass Holz nicht unbegrenzt verfügbar ist und von starken Preisschwanungen betroffen sein kann.
    Wird eine Ölheizung gegen eine Pelletheizung getauscht, steigt die Förderung auf 35 Prozent.

  • Wärmepumpe
    Gefördert werden für Luft- und Erdwärmepumpen 35 % der Kosten, beim Austausch einer Ölheizung sogar 45 %.
    Voraussetzung ist, dass diese auch für die Beheizung von Räumen genutzt wird. Die alleinige Nutzung zur Warmwasseraufbereitung genügt dafür nicht.

  • Fernwärme
    Je nach der Höhe des Anteils der erneuerbaren Energien werden bis zu 35% der Kosten gefördert. Einfluss auf die Förderhöhe hat auch der Anteil unvermeidbarer Abwärme.

Steuerbonus bei der Heizungsförderung

Bis zu 20 Prozent der Kosten für die Modernisierung von Heizungssystemen sowie Maßnahmen zur Wärmedämmung können, sofern

  • das Gebäude mindestens 10 Jahre alt ist,
  • das Gebäude selbst bewohnt wird,

steuerlich geltend gemacht werden. Der sogenannte Steuerbonus gilt für Beträge bis zu 40.000 €, bei einer Anrechnungsfrist von drei Jahren. Dieser Antrag kann allerdings erst nach Fertigstellung der Maßnahmen eingereicht werden.

Gut zu wissen:

  1. Förderungen müssen vor der Durchführung von Maßnahmen gestellt werden. Eine Ausnahme bildet nur der Steuerbonus!
  2. Während die tatsächlichen Kosten geringer als die beantragten ausfallen, erfolgt eine Reduktion der Fördersumme. Dies gilt aber nicht umgekehrt! Sind die Kosten höher, kann der Förderantrag nicht mehr angepasst werden!
  3. Für bereits genehmigte Förderanträge gelten die entsprechenden Bedingungen.
  4. Eingereichte Anträge können nicht zurückgezogen und neu eingereicht werden, weil ggf. jetzt bessere Konditionen gelten.
  5. Auch von den Ländern, Landkreisen und Kommunen werden eigene Förderprogramme aufgelegt, die sich zum Teil mit den oben genannten kombinieren lassen.

 

Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: 23. 05. 2022 

 

 

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