Ratgeber Heizungssysteme

Mit verschiedenen Anreizen soll Hauseigentümern ein Anreiz geboten werden, ihre veraltete Heizungstechnik gegen umweltschonende und effiziente auszutauschen oder wenn möglich zu modernisieren. Seit 2021 gibt es Zuschüsse bis zu 55 Prozent, denn es muss nun Gas gegeben werden, wenn bis 2030 der CO2-Ausstoß im Gebäudesektor auf ein Maß von 70 Millionen Tonnen reduziert werden soll. Daher verwundert es nicht, dass Gas- und Ölheizungsanlagen weitestgehend von der Förderung ausgeschlossen worden sind. Den Rahmen dafür bildet die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), welche die bisher bekannten Förderprogramme seitens der BAFA und KfW-Kreditbank zusammenfasst.

Anträge für Zuschüsse oder/ und Förderkredite können von Privatpersonen, Freiberuflern, Wohnungseigentümergemeinschaften, Zweckverbänden, Kommunen, gemeinnützige Organisationen, Genossenschaften und Unternehmen gestellt werden. Für BEG Einzelmaßnahmen sind die Zuschüsse und Förderungen beim BAFA zu beantragen. Ab 01.07.2021 ist dafür die KfW zuständig. Für BEG Wohngebäude und Nicht-Wohngebäude erfolgt die Antragstellung ab 01.07.2021 bei der KfW.

Welche Kosten förderfähig sind, ist vom jeweiligen Heizungssystem abhängig. Im Allgemeinen gehören die Erwerbs- und Installationskosten des Wärmeerzeugers, die Ausgaben für deren Installation sowie Garantieverlängerungen dazu, wie auch Aufwendungen für die Brennstoffaufbewahrung, Umbaumaßnahmen des Heizungskellers, Umstellung der Warmwasserbereitung oder die Kosten für Flächenheizungen.

Gas- oder Ölheizung

Mit bis zu 55 Prozent förderfähig ist der Austausch gegen eine Wärmepumpe, Biomasseanlage oder ein Hybridsystem. Wer noch eine Gasheizung betreibt und diese mit umweltfreundlichen Technologien kombiniert, kann ebenso eine Förderung erhalten.

Die Umstellung auf eine Gas-Hybridheizung ist unter den folgenden Voraussetzungen bis zu 30 Prozent förderfähig:

  • Einbau hybridfähiger Steuerungs- und Regelungstechnik
  • Durchführung eines hydraulischen Abgleichs
  • Nachweis der Umwandlung in Gas-Hybridsystem innerhalb von zwei Jahren

Für Renewable Ready Heizungen werden bis 20 Prozent Förderung möglich, wenn

  • die erzeugte Wärme nach spätestens zwei Jahren aus erneuerbaren Energien stammt.
  • die Anlage mit hybridfähiger Steuerungs- und Regelungstechnik ausgestattet ist.
  • für die Gas-Hybridanlage ein Konzept vorliegt.
  • Speicher in den neuen Wärmeerzeuger eingebunden sind.
  • ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wird.

In beiden Fällen müssen mehr als 50 Prozent der thermisch erzeugten Energien für die Beheizung der Räume oder der Aufbereitung von Warmwasser genutzt werden. Alternativ kann beides kombiniert werden oder eine Zuführung in ein Gebäudenetz erfolgen.

Zeitgemäße Heizungsanlagen lohnen sich in mehrfacher Hinsicht

Wer sich für eine Wärmepumpe, Holzheizung oder Solaranlage entscheidet, kann die notwendigen Investitionskosten durch Inanspruchnahme der Förderprogramme senken.

  • Einzelmaßnahmen wie der Austausch von Heizungsanlagen werden prozentual bezuschusst und müssen beim BAFA beantragt werden.
  • Günstige Darlehen wiederum gewährt die KfW, die zudem generell der richtige Ansprechpartner für Fördermittel für EE-Heizungen in Effizienzhäusern oder Sanierungsmaßnahmen zum Effizienzhaus ist.
  • Biomasseheizung
    Für Biomasseheizungen wie etwa Pellet-, Scheitholz- oder Holzhackschnitzelkessel sind Förderungen von bis zu 35 Prozent möglich. Darüber hinaus Innovationsbonus von 5 Prozent, wenn die Grenzwerte von maximal 2,5 mg/qm Feinstaub eingehalten werden.
  • Wärmepumpe
    Wärmepumpen bringen bis zu 35 Prozent Förderung, wenn diese auch für die Beheizung von Räumen genutzt wird. Die alleinige Nutzung zur Warmwasseraufbereitung genügt dafür nicht.
  • Erneuerbare Energien Hybridheizung
    Für sämtliche EE-Hybrid-Anlagen gilt ebenso der Fördersatz bis zu 35 Prozent.

Austausch Ölheizung
Wenn eine bestehende Ölheizung ausgetauscht und dafür eine oben genannte Heizungsanlage zum Einsatz kommt, steigt um 10 Prozent. Darüber hinaus würde es nochmals 5 Prozent geben, wenn der Heizungsanlagenaustausch ein wichtiger Bestandteil eines iSFP Sanierungsplanes und dieser nicht älter als 15 Jahre ist.

Die Fördersummen sind je Wohneinheit auf 60.000 € begrenzt.

Programme der KfW

Ist der Einbau einer neuen Heizungsanlage Bestandteil einer Sanierungs- oder Neubaumaßnahme, die zu einem Effizienzhaus führt, können auch KfW-Programme in Anspruch genommen werden. So sind Kredit- oder Zuschussanträge für Solarthermieanlagen, Holzvergaser, Pelletheizungen und Wärmepumpen im Rahmen der Programme 151, 152 und 430 und darüber hinaus dem Ergänzungskredit aus Programm 167 möglich.

Wer sich für eine Brennstoffzelle entscheidet, kann das Programm 433 nutzen und bis zu 28.200 € beantragen.

Heizungsoptimierung

Wer anstatt Heizungsaustausch eher über eine Heizungsoptimierung nachdenkt und damit die Energieeffizienz der Heizungsanlage erhöht, kann für maximal 20 Prozent der Kosten einen Förderantrag stellen, sofern diese mindestens 300 € betragen.

Steuerbonus bei der Heizungsförderung

Bis zu 20 Prozent der Kosten für die Modernisierung von Heizungssystemen sowie Maßnahmen zur Wärmedämmung können, sofern

  • das Gebäude mindestens 10 Jahre alt ist,
  • das Gebäude selbst bewohnt wird,

steuerlich geltend gemacht werden. Der sogenannte Steuerbonus gilt für Beträge bis zu 40.000 €, bei einer Anrechnungsfrist von drei Jahren. Dieser Antrag kann allerdings erst nach Fertigstellung der Maßnahmen eingereicht werden.

Gut zu wissen:

  1. Förderungen müssen vor der Durchführung von Maßnahmen gestellt werden. Eine Ausnahme bildet nur der Steuerbonus!
  2. Während die tatsächlichen Kosten geringer als die beantragten ausfallen, erfolgt eine Reduktion der Fördersumme. Dies gilt aber nicht umgekehrt! Sind die Kosten höher, kann der Förderantrag nicht mehr angepasst werden!
  3. Für bereits genehmigte Förderanträge gelten die entsprechenden Bedingungen.
  4. Eingereichte Anträge können nicht zurückgezogen und neu eingereicht werden, weil ggf. jetzt bessere Konditionen gelten.
  5. Auch von den Ländern, Landkreisen und Kommunen werden eigene Förderprogramme aufgelegt, die sich zum Teil mit den oben genannten kombinieren lassen.

 

 

heizungssysteme.org ist ein Projekt hausbauberater.de