Ratgeber Heizungssysteme

Nicht nur neu angeschaffte Heizungen tragen ein Effizienzlabel, sondern auch solche, die älter als 15 Jahre sind, werden seit 2016 nach und nach damit ausgestattet. Die bunte grafische Darstellung, die Verbrauchern auch von vielen Haushaltsgeräten bekannt ist, wies bislang in neun Abstufungen die Effizienzklassen A++ bis G aus; je weiter ein Buchstabe in der alphabetischen Reihenfolge aufsteigt, umso schlechter steht eine Heizung in Bezug auf ihre Energieeffizienz da.

Doch diese Einteilung geht der EU noch nicht weit genug. Sie möchte den Druck auf die Hersteller erhöhen, sich stärker um die Konstruktion von energiesparenden Heizungsanlagen zu bemühen. So sollen auch ältere Anlagen schneller aus dem Vertrieb verschwinden. Ab dem 26. September 2019 werden die Effizienzklassen deshalb neu aufgeteilt: Die Stufen E bis G wird es ab diesem Zeitpunkt nicht mehr geben, dafür wird die Klasse A+++ neu eingeführt. Heizungen, die in die Effizienzklasse D fallen, dürfen dann nicht mehr verkauft werden.

Die Anforderungen an eine Heizung, ab diesem Stichtag einer der A-Effizienzklassen zugeordnet zu werden, sind hoch: Ohne den Einsatz mindestens einer regenerativen Energiequelle – also Holz, Sonnenenergie oder Energiegewinnung mithilfe einer Wärmepumpe – geht da nichts mehr.

Wie werden Heizungsanlagen  eingestuft?

Hauseigentümer und Bauherren müssen ungünstigere Eingruppierungen in Kauf nehmen: Brennwertheizungen, die mit Öl oder Gas betrieben werden, gehörten bislang in die Effizienzklasse A+. Mit den neuen Vorgaben sind sie nur noch den Klassen A oder B zugeordnet. Aber auch hier gilt: Sofern eine erneuerbare Energieressource eingesetzt wird, verbessert sich in der Regel die Zuordnung in eine der Effizienzklassen.

Kraft-Wärmekopplung-Anlagen (KWK-Anlagen) werden in Zukunft zwischen den Effizienzklassen B und A+++ eingestuft werden.

Noch schlechter sieht es für die sog. Niedertemperaturheizungen aus. Im Gegensatz zu den Brennwertgeräten nutzen sie nicht die Wärme, die im Abgas enthalten ist. Deshalb sehen die neuen Vorgaben für sie nur noch die Effizienzklasse C sowie einen auf bestimmte Bestandsgebäude beschränkten Einsatz vor.

Effizienzklasse als alleiniges Kaufkriterium?

Wer über den Kauf einer Heizung nachdenkt, sollte seine Entscheidung jedoch nicht allein von der Einstufung des Geräts in eine bestimmte Effizienzklasse abhängig machen. Fachleute raten, auch andere Kriterien heranzuziehen: Wie viel Energie für die Beheizung eines Hauses verbraucht wird, hängt nicht zuletzt von dessen energetischem Niveau  und vom individuellen Wärmebedürfnis ab. Außerdem bemängeln Experten, dass hier Heizungen miteinander verglichen werden, die mit unterschiedlichen Energieträgern arbeiten. Solch ein Vergleich kann jedoch nicht seriös angestellt werden, da jeder Energieträger unterschiedliche Kosten je Energieeinheit nach sich zieht. Grundsätzlich ist daher vor der Anschaffung eine fachkundige Beratung sinnvoll.

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